Ende einer Ära: Masahiro Sakurai stellt den Game Designers Award nach 16 Jahren ein
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Ende einer Ära: Masahiro Sakurai stellt den Game Designers Award nach 16 Jahren ein

16 September 2026 · 3 min read · Nachrichten

„Es ist das letzte Jahr, in dem wir das tun — der Grund dafür ist, dass es niemanden gibt, der mich ersetzen kann. Das ist der einzige Grund.” Mit diesen Worten beendete Masahiro Sakurai, Schöpfer von Kirby und Super Smash Bros., auf der Bühne der Japan Game Awards 2026 eine 16-jährige Tradition. Der Game Designers Award, den er 2010 ins Leben gerufen hatte, wird es bei der Verleihung im nächsten Jahr nicht mehr geben.

Warum ein einzigartiger Award verschwindet

Der Game Designers Award war unter allen Kategorien der Japan Game Awards eine Ausnahme. Während die anderen Preise auf Verkaufszahlen und Publikumsstimmen basieren, bewertete diese Auszeichnung ausschließlich Kreativität und Originalität — aus Sicht professioneller Spieleentwickler. Ein Spiel gewann den Award, wenn es neue Wege zeigte, die vorher niemand gegangen war.

Sakurai suchte nach eigenen Angaben mehrere Jahre lang nach einem geeigneten Nachfolger, der diesen Maßstab weiterführen könnte. Vergeblich. „Ich habe Präsentationen gehalten, um jemanden zu finden. Ich habe ein paar Jahre gesucht, aber niemand ist bereit gewesen, die Aufgabe zu übernehmen”, erklärte er. Die Konsequenz ist klar: Ohne jemanden mit dem richtigen Hintergrund — Director, innovativ, glaubwürdig — wäre der Award keine Auszeichnung mehr gewesen, sondern nur noch ein Name.

„Wenn die Spielebranche ihre Kreativität und Innovation verliert, wird die Branche als Ganzes langsam sterben. Wir brauchen immer neue Entdeckungen und Innovationen, damit die Branche lebendig bleibt.” — Masahiro Sakurai

Das letzte Gewinnerspiel: Word Game aus Taiwan

Den abschließenden Game Designers Award gewann Word Game (文字遊戲) des unabhängigen Studios Team9 aus Taiwan. Das Spiel besteht vollständig aus chinesischen Schriftzeichen — sowohl in Figuren als auch in Szenen und Gameplay-Elementen. Obwohl es zunächst nur für ein chinesischsprachiges Publikum konzipiert schien, wurde es für japanische Spieler lokalisiert — und genau das überzeugte die Jury mit überwältigender Mehrheit.

„Dieses Werk hat bereits in der zweiten Runde mit überwältigender Mehrheit gewonnen”, heißt es in der offiziellen Begründung von CESA. „Es ist ein einzigartiges, unnachahmliches Spiel — und eine passende Wahl für den letzten Game Designers Award.”

Die Jury zum Abschluss: Ein Treffen der Legenden

Das elfköpfige Gremium für die letzte Ausgabe des Awards liest sich wie ein Wer-ist-wer der japanischen Spielentwicklung. Neben Sakurai als Jury-Vorsitzendem waren dabei: Fumito Ueda (Ico, Shadow of the Colossus), Hideki Kamiya (Devil May Cry, Bayonetta), Goichi Suda alias Suda51 (No More Heroes), Toby Fox (Undertale, Deltarune), Shinji Mikami (Resident Evil), Yoko Taro (NieR-Reihe), Keiichiro Toyama (Silent Hill, Gravity Rush) und Kazutaka Kodaka (Danganronpa).

Eine Jury, die das gesamte Spektrum kreativer Spielentwicklung abbildet — von Survival-Horror bis hin zu experimentellem Indie-Design. Es ist schwer vorstellbar, dass eine würdigere Abschluss-Jury für einen Award über Kreativität hätte zusammengestellt werden können.

Was nach dem Award kommt

Für Sakurai persönlich bedeutet das Ende des Awards eine Rückkehr zum Wesentlichen: Er möchte sich auf die Spielentwicklung konzentrieren. Was genau er als Nächstes plant, hat er nicht preisgegeben. Fans spekulieren seit Längerem über ein neues Super Smash Bros. für die Nintendo Switch 2 — bestätigt ist davon nichts.

Was bleibt, ist die Frage, die der Game Designers Award 16 Jahre lang gestellt hat: Was bedeutet es, wirklich neu zu sein? In einer Industrie, die zunehmend auf bewährte Formeln setzt, war das eine unbequeme, wichtige Frage. Ob jemand anderes sie in dieser Form weiterführen wird, ist offen.

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