„Ich war naiv“ – Resident-Evil-Regisseur Cregger über die Fan-Empörung
SpieleNachrichten
Gaming Nachrichten

„Ich war naiv“ – Resident-Evil-Regisseur Cregger über die Fan-Empörung

3 September 2026 · 4 min read · Nachrichten

Als Zach Cregger anklagte, einen Resident-Evil-Film zu machen, der die bekannten Spielcharaktere wie Leon S. Kennedy, Claire Redfield oder Jill Valentine außen vor lässt, war klar, dass ein Teil der Community das nicht einfach schlucken würde. Was Cregger nicht erwartet hatte: wie vehement die Ablehnung ausfällt. In einem Gespräch mit IGN zeigte sich der Regisseur selbstkritisch – und überraschend verständnisvoll.

„Ich glaube, ich war naiv“, sagt Cregger. „Ich dachte, Fans dieser Spiele würden begeistert sein, dass jemand kommt und Resident Evil in einen Survival-Horror-Film verwandelt. Das habe ich mir zu leicht vorgestellt.“

Warum manche Fans empört sind

Creggers Film folgt nicht Leon, Ada oder Claire, sondern Bryan – einem Medizinkurier (gespielt von Austin Abrams), der sich während des Raccoon-City-Vorfalls durch zombiefüllte Korridore kämpft. Die Geschichte spielt parallel zu den Ereignissen von Resident Evil 2, erzählt aber eine originaläre Handlung innerhalb der Spielecanon.

Genau das ist das Problem für einen Teil der Fangemeinde: Jahrelang wurde auf eine werkgetreue Verfilmung gehärmt – auf Leons Geschichte, auf Claires Schänksal, auf das Umbrella-Labor. Creggers Entscheidung, eine neue Figur in den Mittelpunkt zu stellen, wurde von vielen als Verrat empfunden. Kommentare in sozialen Medien ließen daran keinen Zweifel.

„Ich verstehe die Frustration so gut, weil ich selbst nie die früheren Resident-Evil-Filme gesehen habe – weil sie nicht nach dem Resident Evil aussahen, das ich liebe“, gibt Cregger zu. Die Parallele ist deutlich: Er hat die alten Verfilmungen genau aus dem Grund gemieden, aus dem manche Fans seinen Film meiden wollen.

Zum Film: Resident Evil von Zach Cregger startet am 18. September 2026 in den deutschen Kinos. Mit Austin Abrams in der Hauptrolle. Parallel zu RE2 spielend, originaläre Geschichte im Raccoon-City-Universum.

Creggers Entschuldigung – und sein Versprechen

Cregger entschuldigt sich nicht für seine künstlerische Entscheidung. Er entschuldigt sich dafür, die emotionale Bedeutung dieser Charaktere für die Fans unterschätzt zu haben.

„Meine einzige Hoffnung ist, dass die Fans den Film trotz ihrer Skepsis oder Enttäuschung sehen – und sich darin wiederfinden. Dass sie die Liebe für die Spiele spüren, die im Film steckt. Diese Liebe ist echt.“ – Zach Cregger

Cregger ist selbst ein großer Fan der Spielereihe – das macht er deutlich. Sein Film soll keine Branding-Übung sein, bei der Resident Evil nur als Franchise-Label fungiert, um ein Budget zu rechtfertigen. Es ist ein Versuch, das Gefühl dieser Spiele – das Aufsammeln von Schrotpatronenhulsen in Schubladen, das Blockieren von Türen, das Unbehagen in dunklen Korridoren – in ein Kinoerlebnis zu übertragen.

Was den Film mit den Spielen verbindet

Wer den Trailern genügend Aufmerksamkeit schenkt, findet reichlich Hinweise auf Creggers Vertrautheit mit der Vorlage. Bryan durchwwühlt Schubladen nach Schrotpatronenhulsen für eine Flinte, die er unterwegs gefunden hat – direkt dem klassischen Spielritual entlehnt. Er begegnet Vorhangschlössern, die seinen Fortschritt behindern. Und in einem Raum, der als sicherer Unterschlupf wirkt, steht eine Schreibmaschine.

Umbrella Corp. ist ebenfalls mit von der Partie – ein Lieferschein auf einem Werbeposter verrät ein Organtransplant-Auftrag an die beruchtigte Biotechnologie-Firma. Und erste Blicke auf First-Person-Sequenzen im Film erinnern an den Stil von Resident Evil 7 und 8. Visuell wie atmosphärisch ist Cregger der Reihe also deutlich näher, als manche Kommentare vermuten lassen.

Kinopremiere am 18. September 2026

Resident Evil läuft ab dem 18. September 2026 in den deutschen Kinos. Ob Creggers selbstkritisches Auftreten und seine erklärte Liebe zur Spielreihe ausreichen, um skeptische Fans doch noch ins Kino zu locken, wird sich zeigen.

Eines ist sicher: Wer jemals einen Survival-Horror-Film gewollt hat, der das Gefühl des Spielens einfängt – das Zittern, das Ressourcenmanagement, das Wissen, dass jeder falsche Schritt tödlich ist – der sollte Creggers Ansatz zumindest eine faire Chance geben. Ob er die Geschichte von Leon verdient oder nicht, ist eine andere Frage.

Das Projekt wird von Produktionsgesellschaft Vertigo Entertainment unterstützt – dieselbe Firma, die hinter der Horrorkomposition „Barbarian“ steckte, Creggers Durchbruch als Regisseur. Das gibt Anlass zur Hoffnung, dass der Resident-Evil-Film trotz aller Kontroversen ein handwerklich starkes Kinowerk werden könnte. Fans werden selbst entscheiden müssen, ob sie Creggers Interpretation eine Chance geben wollen.

🎮
Bleib auf dem Laufenden

EverythingEdinburgh bringt dir die neuesten Gaming- und Esports-Nachrichten auf Deutsch

Mehr Gaming-Nachrichten → Follow on Google
EverythingEdinburgh Gaming
EverythingEdinburgh Gaming
Gaming-Redaktion

Das Gaming-Team von EverythingEdinburgh berichtet über Esports, PC, Konsolen und Neuigkeiten aus der Spielebranche.