Kurz bevor der neue Resident Evil-Film in die Kinos kommt, hat Regisseur Zach Cregger in einem Featurette gezeigt, was ihn von allen bisherigen Verfilmungen der Reihe unterscheidet: Er macht das Spielgefühl zum eigentlichen Drehbuch. Ein neuer Footage-Clip enthält eine Einstellung aus der Ego-Perspektive — eine Pistole erhebt sich ins Bild, ganz wie in Resident Evil 7 oder Village. Das ist kein Zufall, und es ist auch nicht das Einzige, was Fans der Spiele im Kinosessel wiedererkennen werden.
Ein Regisseur, der das Spiel wirklich versteht
Zach Cregger, bekannt für seinen 2025er Horrorfilm Weapons, hat sich tief in die Spielreihe vergraben. “Ich verehre diese Resident Evil-Spiele und schöpfe viel Inspiration aus dem Erlebnis, sie zu spielen”, sagt er im Featurette. Sein Ansatz war klar: nicht einen bestimmten Spielteil adaptieren, sondern das Gefühl der Spiele einfangen — das Tempo, die Spannung, die ständig wechselnden Umgebungen, die Ressourcenknappheit. Alles, was Resident Evil zur prägenden Horrorspielserie gemacht hat, soll auf der Leinwand spürbar werden.
Konkret bedeutete das: Die Umgebung im Film wechselt alle sieben bis acht Minuten — wie ein neues Level im Spiel. Protagonist Bryan durchläuft eine Waffenprogression, die direkt aus den Games stammt: von der Pistole über die Schrotflinte bis zur Maschinenpistole. Das ist kein dramatisches Mittel, sondern bewusste Spielmechanik auf der Kinoleinwand.
Cregger bevorzugt nach eigener Aussage den biologischen Horror der frühen Spiele — Resident Evil 2, die mutierten Kreaturen, die klaustrophobischen Gänge — gegenüber den übernatürlichen Elementen späterer Ableger. Eine Entscheidung, die dem Film einen klar definierten Tonfall gibt.
Spielelemente direkt aus den Games
Fans der Reihe werden im Film eine Reihe vertrauter Gegenstände wiedererkennen. Cregger hat sie gezielt eingebaut — nicht als Easter Eggs, sondern als funktionale Story-Elemente:
Spielreferenzen im Film: Grüne Kräuter · Heilsprays · Schreibmaschinen (als Savepoint-Referenz) · Vorhängeschlösser, die den Weg versperren · Ego-Perspektive · Waffenprogression von Pistole bis Maschinenpistole
Besonders die Vorhängeschlösser haben es ihm angetan: “Er stößt ständig auf Schlösser, die ihn am Weiterkommen hindern”, beschreibt Cregger seinen Protagonisten Bryan. Das kennt jeder, der jemals in einem Resident Evil-Spiel vor einer verschlossenen Tür stand und verzweifelt nach dem passenden Schlüssel gesucht hat. Dazu kommen die Schreibmaschinen — im Film als visuelle Savepoint-Referenz eingebaut, nicht als echte Spielmechanik, aber als unmissverständliches Zwinkern an die Fans der Originalspiele. Cregger nennt diese Details nicht Zitate, sondern “den Rhythmus des Spielens”.
Die Geschichte: Raccoon City, neue Perspektive
Der Film spielt parallel zu den Ereignissen von Resident Evil 2 (1998) — aber erzählt eine völlig eigene Geschichte. Bryan (gespielt von Austin Abrams) ist ein Medizinkurier, der an jenem verhängnisvollen Abend in Raccoon City unterwegs ist, als die Infektion ausbricht. Leon Kennedy taucht nicht auf, und das ist bewusst so: “Ich möchte keine Geschichte nacherzählen, die Spieler bereits aus erster Hand erlebt haben”, erklärt Cregger.
Gedreht wurde der Film in Prag, auf riesigen physischen Sets — darunter ein Hochhaus-Krankenhaus, das vom Londoner Guy’s Tower inspiriert wurde. Produziert wird der Film gemeinsam von Columbia Pictures, der deutschen Produktionsfirma Constantin Film und Capcom selbst. Mit dabei im Cast sind außerdem Zach Cherry, Kali Reis, Paul Walter Hauser und Johnno Wilson. Das Drehbuch schrieb Cregger gemeinsam mit Shay Hatten.
“Das ist meine Chance, dem Spiel in Geist und Ton treu zu bleiben und eine Geschichte zu erzählen, die euch immer wieder in dieselbe Situation versetzt — mit steigenden Einsätzen.” — Zach Cregger
Kinostart und was Fans erwarten dürfen
Resident Evil startet am 17. September 2026 in deutschen Kinos — einen Tag vor dem US-Kinostart am 18. September. Columbia Pictures bringt den Film auch in IMAX, die Weltpremiere findet am 17. September beim Fantastic Fest statt. Ein Streaming-Termin ist bisher nicht bekannt. Der Film hat ein Budget von rund 80 Millionen Dollar und ist der zweite Reboot der Filmreihe nach den Paul-W.S.-Anderson-Filmen.
Was diesen Neustart von seinen Vorgängern unterscheidet? Cregger nähert sich dem Material wie ein echter Fan — einer, der weiß, warum das Öffnen einer falschen Tür in Resident Evil 2 den Puls in die Höhe treibt. Die bisherigen Filme ignorierten die Spielmechanik weitgehend; dieser hier macht sie zur Erzählstruktur. Ob das im Kinosaal genauso funktioniert wie vor dem Bildschirm, zeigt sich ab dem 17. September in den deutschen Kinos.

