Capcom wandelt RE Engine in KI-Game-Engine um – das REX-Projekt im Detail
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Capcom wandelt RE Engine in KI-Game-Engine um – das REX-Projekt im Detail

4 October 2026 · 3 min read · Nachrichten

RE Engine bekommt den KI-Antrieb: Das REX-Projekt

Capcom will seine hauseigene RE Engine grundlegend umbauen. Auf der „Capcom Open Conference RE:2026″ in Tokio hat Programmierer Satoshi Ishida das REX-Projekt (RE Engine eXtend) vorgestellt – eine mehrstufige Modernisierung, die den seit 2014 entwickelten Grafikmotor in eine sogenannte „KI-Game-Engine der nächsten Generation” verwandeln soll.

Die RE Engine feierte 2017 mit Resident Evil 7 ihr Debüt und wurde seitdem für knapp 30 Capcom-Titel eingesetzt, darunter Resident Evil Requiem, Onimusha: Way of the Sword und Pragmata. Anstatt eine komplett neue Engine zu entwickeln, setzt Capcom auf inkrementelle Weiterentwicklung – ein pragmatischer Ansatz, der die Lieferfähigkeit während der Transformation erhält.

Drei Herausforderungen treiben das REX-Projekt an

Ishida nannte drei zentrale Probleme, die den Umbau notwendig machen: Erstens sind moderne Spiele so umfangreich geworden, dass selbst einfache Build-Prozesse extrem lange dauern. Zweitens arbeiten mittlerweile über 2.000 Entwickler mit der RE Engine, darunter internationale Mitarbeiter und Quereinsteiger aus anderen Engines, was bessere mehrsprachige und zugänglichere Werkzeuge erfordert. Drittens muss KI fest in die Entwicklungspipeline integriert werden, anstatt nur als nachträgliches Add-on zu fungieren.

Die Antwort ist ein Bündel neuer Komponenten mit dem „RE:”-Namenspräfix. RE:Dox standardisiert die Datenverarbeitung über verschiedene Formate hinweg. RE:UI beschleunigt die Entwicklungswerkzeuge, indem Darstellung und Zustand getrennt werden. RE:Log ersetzt textbasierte Protokollierung durch ein ID-basiertes System. RE:Flows ist ein visuelles Scripting-Tool, das automatisch in Standardcode umgewandelt wird. RE:Runtime optimiert die Batch-Verarbeitung großer Charakterzahlen, und RE:C++ bildet eine neue Ausführungsebene für effizientere Berechnungen.

KI als Entwicklungsassistent – nicht als Content-Fabrik

Das übergeordnete Ziel formuliert Ishida klar: Eine Engine, in der KI Code verstehen und generieren kann, automatisierte Testläufe durchführt und Bugs aufspürt, bevor menschliche Tester sie finden. Die Vision lautet, dass Teams „gemeinsam mit KI” Spiele erschaffen. Dabei betont Capcom ausdrücklich, dass keine KI-generierten Assets in die fertigen Spiele übernommen werden. KI soll Prozesse beschleunigen, nicht kreative Entscheidungen ersetzen.

Diese Positionierung folgt Aussagen aus dem Juni 2026, als Capcom Investoren mitteilte, dass generative KI „die Effizienz routinemäßiger Operationen verbessern” soll, damit sich Entwickler auf „wesentliche Wertschöpfung” konzentrieren können. Die Kreativität im Kern der Spielerlebnisse bleibe in menschlicher Hand.

Open-Source-Komponenten für KI-Training

Überraschend offen zeigt sich Capcom beim Thema Daten: Teile der zugrundeliegenden Technologie wurden bereits open-source gestellt, um explizit für das Training von KI-Modellen genutzt werden zu können. Das signalisiert, dass Capcom nicht nur intern von KI profitieren will, sondern die gesamte Branche bei der Integration von KI in Game-Engines voranbringen möchte.

Die Umstellung auf eine weltweit gängigere Programmiersprache macht die Architektur gleichzeitig lesbarer für KI-Systeme und erleichtert neuen Entwicklern den Einstieg. KI-Bots könnten theoretisch rund um die Uhr Testläufe durchführen, um Fehler, Performance-Einbrüche und Kollisions-Bugs aufzuspüren – ein massiver Effizienzgewinn bei AAA-Produktionen mit jahrelangen Entwicklungszyklen.

Monster Hunter Wilds kommt im Dezember auf Switch 2

In einer verwandten Meldung bestätigte Capcom, dass Monster Hunter Wilds am 4. Dezember für Nintendo Switch 2 erscheint – inklusive aller kostenlosen DLC-Updates mit neuen Monstern und lokalem Koop-Modus. Die Switch-2-Version nutzt vermutlich ebenfalls die weiterentwickelte RE Engine und könnte als erster realer Testfall für die REX-Technologien dienen.

Ob das REX-Projekt den gewünschten Effizienzsprung bringt, werden die ersten darauf basierenden Spiele der nächsten Jahre zeigen. Capcoms Ansatz – KI als Produktivitätshebel im Engineering, nicht als Ersatz für kreative Arbeit – erscheint dabei als vernünftiger Mittelweg in einer Branche, die zunehmend mit explodierenden Entwicklungskosten und -zeiten kämpft.

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