Sechs Tage nach dem Release von The Witcher 3: Wild Hunt Remastered hat CD Projekt Red eine Bestandsaufnahme veröffentlicht. Fünf konkrete Baustellen nennt das Studio für das nächste Update – an der Spitze steht die Performance der PlayStation 5. Doch während die Entwickler an technischen Details schrauben, fordert ein Teil der Community etwas Grundsätzlicheres: die Möglichkeit, auf ältere Spielversionen zurückzuwechseln.
Fünf Fixes in Arbeit – PS5 im Fokus
In einem offiziellen Statement auf X listete CD Projekt Red die Bereiche auf, die derzeit untersucht werden. Ganz oben: weitere Performance-Verbesserungen, insbesondere auf der PS5. Seit dem Launch am 29. September berichten Spieler auf PS5 und PS5 Pro über Mikroruckler, ungleichmäßige Frametimes und Bildrateneinbrüche. Die Probleme treten nicht bei allen Nutzern auf, was die Fehlersuche zusätzlich erschwert.
Daneben arbeiten die Entwickler an weiteren visuellen Anpassungen, Fixes für fehlerhafte Sprachausgabe auf Konsolen, der Freischaltung der ukrainischen Lokalisierung auf PS5 und Xbox Series X/S in weiteren Regionen sowie der Korrektur von My Rewards und Twitch Drops. Ein konkreter Veröffentlichungstermin für den Patch steht noch aus.
Bereits kurz nach dem Release hatte CDPR zwei Hotfixes ausgerollt. Version 5.00b korrigierte unter anderem zu dunkle Innenräume und passte die Beleuchtung an. Hotfix 5.00c folgte für PC und behob Probleme mit Speicherständen, die bei Sonderzeichen im Dokumente-Pfad nicht geladen werden konnten, sowie leiser werdende Dialogstimmen nach Menüwechsel. Die PS5-Version erhielt 5.00c jedoch nicht – Konsolenspieler warten weiterhin auf diese Korrekturen.
Das Beleuchtungs-Debakel: Zu hell oder zu dunkel
Eines der auffälligsten Probleme der Remastered-Edition betrifft die Beleuchtung. Nach dem Release meldeten zahlreiche Spieler, dass bestimmte Innenräume wesentlich dunkler dargestellt werden als beabsichtigt. In Gebäuden mit wenigen Lichtquellen waren Details teilweise kaum noch zu erkennen.
CDPR reagierte mit Patch 5.00b und nahm diverse Anpassungen vor. Doch damit war das Problem nicht gelöst – im Gegenteil. Ein Teil der Community beklagt nun das Gegenteil: Die Welt sei insgesamt zu hell geraten. Der Bloom-Effekt, der die Illusion extrem heller Lichtquellen erzeugt, sorgt bei fehlerhafter Implementierung für ein verwaschenes, detailarmes Bild.
Auf dem PC lässt sich Bloom abschalten, auf Konsolen fehlt diese Option bisher. Grafische Finessen wie Path Tracing und HDR verschärfen das Problem zusätzlich. CDPR hat die Beschwerden offenbar ernst genommen und spricht von weiteren visuellen Anpassungen, ohne konkret zu werden.
Rollback-Debatte: PC kann es, Konsolen nicht
Während die technischen Probleme behoben werden, entbrennt eine Grundsatzdebatte über die Wahlfreiheit der Spieler. Auf dem PC lässt sich über Steam problemlos zur alten Next-Gen-Version 4.04 zurückwechseln. Konsolenspieler haben diese Möglichkeit nicht.
Wer die Remastered-Edition auf PS5 oder Xbox Series X/S besitzt, ist an die aktuelle Version gebunden – mit allen Fehlern und Unzulänglichkeiten. Ein Teil der Community fordert daher eine Rollback-Option auch auf Konsolen. Andere argumentieren, dass ein kostenpflichtiges Remaster vom ersten Tag an stabil laufen muss und Patches keine Ausrede für einen holprigen Launch sein dürfen.
Die Situation erinnert an ähnliche Kontroversen bei anderen Remasters in der Vergangenheit. CD Projekt Red betont, dass man weiterhin über den Support gemeldete Probleme untersucht und weitere Korrekturen folgen, sobald Fehler reproduziert und behoben werden können. Bis ein entsprechender Patch offiziell angekündigt wird, sollten Spieler jedoch nicht davon ausgehen, dass sämtliche aktuell diskutierten Probleme bereits gelöst sind.
Mods für alle Plattformen und der Ausblick auf Songs of the Past
Parallel zur technischen Fehlerbehebung erweitert CD Projekt Red die Mod-Infrastruktur. Zusammen mit der Plattform Mod.io arbeitet das Team daran, mehr erstellergenerierte Inhalte auf sämtliche Systeme zu bringen. Konsolenspieler erhalten dadurch Zugang zu Anpassungen, die bisher der PC-Community vorbehalten waren.
Die Remastered-Edition ist mehr als nur eine technische Überarbeitung. Sie dient als Vorbereitung auf die dritte und bisher unprecedented Erweiterung Songs of the Past, die 2027 erscheinen soll. Das kostenlose Update modernisiert das legendäre RPG elf Jahre nach seinem ursprünglichen Release – ein großzügiges Geschenk an die Community, auch wenn der Launch nicht reibungsfrei verlief.
Die Standard Edition und die Complete Edition sind für PC, PS5, PS5 Pro, Xbox Series X/S und Switch 2 erhältlich. Die Preise variieren je nach Plattform und Edition. Spieler, die das Spiel bereits besitzen, erhalten das Remastered-Update kostenlos.

