Xbox Game Pass: CEO Asha Sharma gibt zu – die Abo-Strategie schickte uns in den freien Fall
Spiele › Nachrichten
Gaming Nachrichten

Xbox Game Pass: CEO Asha Sharma gibt zu – die Abo-Strategie schickte uns in den freien Fall

7 October 2026 · 4 min read · Nachrichten

Es ist das Eingeständnis, auf das die Gaming-Branche gewartet hat: Xbox-CEO Asha Sharma hat in einem internen Memo, das Windows Central vorliegt, zugegeben, dass die bisherige Game-Pass-Strategie die Bilanz des Konzerns in einen freien Fall geschickt hat. Nach einem historischen Tiefpunkt sieht sie Xbox nun aber wieder auf Wachstumskurs.

Call of Duty im Game Pass: Ein teures Experiment

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Microsoft hatte ursprünglich erwartet, dass Game Pass bis 2026 rund 77 Millionen Abonnenten erreicht. Tatsächlich sind es derzeit nur etwa 30 Millionen. Das ursprüngliche Ziel von 100 Millionen Abonnenten bis 2030, das während des FTC-Verfahrens 2023 enthüllt wurde, scheint in weite Ferne gerückt.

Besonders der Umgang mit Call of Duty hat sich als Bumerang erwiesen. Nach dem 69-Milliarden-Dollar-Deal mit Activision Blizzard wurde Call of Duty in den Game Pass aufgenommen – mit verheerenden Folgen. Die Abonnementpreise stiegen, was viele bestehende Abonnenten vergraulte, gleichzeitig brachen die direkten Verkaufszahlen von Call of Duty ein. Warum 70 Dollar für das neue Call of Duty ausgeben, wenn man es für einen Monatsbeitrag im Abo bekommt?

Sharma reagierte als eine ihrer ersten Amtshandlungen: Call of Duty verschwand als Day-One-Release aus dem Game Pass, gleichzeitig wurde der Preis gesenkt. Laut Bloomberg konnte Xbox den Game Pass nach einem achtmonatigen Abwärtstrend wieder stabilisieren.

Vier Säulen für die Zukunft: Core, Content, Creation, Connection

Für die Zukunft setzt Sharma auf vier strategische Schwerpunkte. Core bedeutet verstärkte Investition in Konsolen – obwohl der Konsolenmarkt insgesamt nicht wächst. Content steht für mehr Exklusivtitel und eine kuratierte Bibliothek. Creation umfasst den Ausbau von Battle.net und dem PC-Ökosystem. Connection zielt auf flexiblere Game-Pass-Modelle.

Besonders interessant ist der Plan für Battle.net: Die Plattform soll als kuratierte Alternative zu Steam ausgebaut werden. Laut Sharma liegt Battle.net bei der Nutzerbindung bereits fast gleichauf mit Steam. Gleichzeitig will Microsoft weiterhin in Steam investieren – eine Doppelstrategie, die auf maximale Reichweite abzielt.

Beim Game Pass deutet sich eine deutliche Flexibilisierung an. Gerüchten zufolge plant Microsoft neue Tarifstufen – darunter eine werbefinanzierte Variante ohne Day-One-Releases. Der Preis für die Basisversion könnte auf 9,99 Dollar gesenkt werden, während die werbefinanzierte Stufe bei 12,99 Dollar liegen soll. Zusätzlich führt Microsoft ab November monatliche Cloud-Spielzeitlimits ein: 15 Stunden für Ultimate, 10 für Premium und 5 für Essential.

Project Helix: Eine ganze Gerätefamilie statt einer Konsole

Ein weiteres wichtiges Thema in Sharmas Town Hall war die nächste Konsolengeneration. Statt eines einzelnen Geräts plant Microsoft eine ganze Familie unter dem Namen Project Helix. Sharma erklärte: Es gibt kein einzelnes Gerät, das für alle Zwecke geeignet ist. Die nächste Generation soll verschiedene Formfaktoren umfassen, darunter auch Partner-Hardware.

Gleichzeitig betonte Sharma, dass Xbox nicht zum Verkauf stehe. Damit reagierte sie auf anhaltende Spekulationen, Microsoft wolle die Gaming-Sparte abstoßen. Satya Nadella habe den Analysten versprochen, dass Xbox im laufenden Geschäftsjahr bis Juni 2027 die Trendwende schafft – ein Versprechen mit enormem Gewicht.

Die Zahlen geben Sharma bisher recht: Nach dem historischen Tiefpunkt wächst Xbox wieder mit dem Zwei- bis Dreifachen des früheren Tempos. World of Warcraft: Forever entwickelt sich zum Hit, und die Gesamtspielzeit hat sich stabilisiert.

Ex-PlayStation-Boss: Xbox steckt in der Klemme

Nicht alle Beobachter sind so optimistisch. Shawn Layden, ehemaliger Chef der PlayStation Studios, erklärte in einem Podcast, dass Microsoft sich nie wirklich für eine Richtung entschieden habe. Das Problem: Eine Plattform braucht Exklusivtitel, sonst hat sie keine Daseinsberechtigung. Aber als größter Publisher der Welt muss man auf jeder Plattform vertreten sein. Beides gleichzeitig funktioniert nicht.

Layden sieht Xbox in einer Klemme: Das Game-Pass-Modell hat enorme Summen verschlungen, ohne die erhofften Abonnentenzahlen zu liefern. Solange Microsoft die Verluste quersubventionierte, war der Druck nicht spürbar – bis er auf einmal massiv wurde. Dass Sharma nun hart durchgreift, hält er für folgerichtig, aber eine schnelle Lösung sieht er nicht.

Der Umbau ist derweil zu etwa drei Vierteln abgeschlossen, wie CCO Matt Booty recently bestätigte. Nach 1.600 Entlassungen im Juni und fünf abgegebenen Studios wurden zuletzt weitere 268 Mitarbeiter entlassen. Für Spieler in Deutschland ändert sich kurzfristig nichts: Game Pass, Konsolen und das laufende Programm bleiben bestehen.

🎮
Bleib auf dem Laufenden

EverythingEdinburgh bringt dir die neuesten Gaming- und Esports-Nachrichten auf Deutsch

Mehr Gaming-Nachrichten → Follow on Google
EverythingEdinburgh Gaming
EverythingEdinburgh Gaming
Gaming-Redaktion

Das Gaming-Team von EverythingEdinburgh berichtet über Esports, PC, Konsolen und Neuigkeiten aus der Spielebranche.