Activision klingelt bei Cheat-Verkäufer Elocarry und filmt die ganze Sache
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Activision klingelt bei Cheat-Verkäufer Elocarry und filmt die ganze Sache

31 August 2026 · 4 min read · Nachrichten

Während der ersten geschlossenen Beta von Call of Duty: Modern Warfare 4 sandte Activision einen Rechtsvertreter nicht an eine Anwaltskanzlei, sondern direkt vor die Haustür eines berüchtigten Cheat-Verkäufers im US-Bundesstaat Ohio. Die Infektionsraten in der Beta waren laut Activision so niedrig wie je zuvor — und genau das schien das Unternehmen zu einem deutlicheren Signal gegenüber der Cheat-Szene zu veranlassen. Der Publisher macht unmissverständlich klar: Die Jagd ist nicht virtuell, und sie hört nicht mit dem Ende einer Spielsitzung auf.

Der Hausbesuch in Ohio — was im Video zu sehen ist

Am 28. August veröffentlichte der offizielle Call-of-Duty-Account auf X einen rund einminütigen Clip, der die Zustellung einer Unterlassungsaufforderung zeigt. Der Besuch selbst fand bereits am 22. August statt — mitten in der Closed Beta von Modern Warfare 4, als Tausende Spieler die neuen Multiplayer-Modi testeten.

Im Video parkt ein Rechtsvertreter von Activision vor einem Wohnhaus in Ohio, klingelt und übergibt die Dokumente an einen Mann, dessen Gesicht durchgehend verpixelt bleibt. Die Begegnung verläuft auffallend ruhig: kein Streit, keine Eskalation, nur ein knapper Wortwechsel an der Haustür. Activision bestätigte ausdrücklich, es handle sich um einen Ausschnitt aus einer echten Aufnahme — kein inszenierter Werbespot, sondern ein reales Dokument einer rechtlichen Maßnahme.

„Ich habe gerade ein paar Unterlagen für Sie — von den Anwälten von Activision. Es handelt sich um eine Unterlassungsverfügung für Sie.”

Das Video wirkt in seiner Nüchternheit wie ein bewusstes Stilmittel. Kein dramatischer Soundtrack, keine Konfrontation — nur Papier, das seinen Weg findet. Die Botschaft dahinter ist unmissverständlich: Activision weiß, wer ihr Gegner ist, und ist bereit, ihn persönlich aufzusuchen.

Wer ist Elocarry und was wurde dort verkauft?

Der Adressat des Hausbesuchs war der Cheat-Anbieter Elocarry. Der Dienst verkaufte Software für eine Reihe beliebter Multiplayer-Spiele — darunter Call of Duty, Warzone, Rust und Apex Legends. Besonders brisant: Für Black Ops 7 und Warzone bot Elocarry ein Paket an, das ausdrücklich als sicher vor der RICOCHET-Anti-Cheat-Erkennung beworben wurde. Ein Drei-Monats-Abonnement kostete bis zu 79,99 Pfund.

Nach dem Besuch teilte Activision einen Screenshot aus dem Discord-Server von Elocarry. Darin hieß es, der Verkauf aller Call-of-Duty-Produkte sei vorübergehend pausiert, während man eine interne Angelegenheit prüfe. Cheats für andere Titel — darunter Rust, Apex Legends, Marvel Rivals und Battlefield 6 — blieben dem Bericht zufolge jedoch weiterhin im Angebot. Die Website von Elocarry ist nach wie vor online.

Stand: Elocarrys CoD- und Warzone-Cheats sind vom Markt. Die übrigen neun Spiele im Portfolio werden weiterhin angeboten — Activision kündigt weitere rechtliche Schritte an.

Mehr als 80 Abmahnungen — Activision zieht Bilanz

Activision machte deutlich, dass der Ohio-Besuch kein Einzelfall ist, sondern Teil einer koordinierten Großaktion. Das Unternehmen gab bekannt, bisher mehr als 80 Unterlassungsaufforderungen zugestellt, über 375 Reseller-Netzwerke gestört und mehr als 30 Cheat-Anbieter vollständig vom Markt genommen zu haben. Für alle, die sich nicht daran halten, kündigte Activision weitere rechtliche Schritte an — einschließlich gerichtlicher Verfahren.

Den Thread auf X schloss das Unternehmen mit einer Warnung, die wenig Interpretationsspielraum lässt:

„Wer Cheats entwickelt oder verkauft — wir werden euch finden.”

Die Botschaft richtet sich nicht nur an Elocarry. In der Geschichte von Team RICOCHET, Activisions Anti-Cheat-Initiative, markiert diese Aktion eine Eskalationsstufe: von digitalen Sperren und Hardware-Bans hin zu physischer Rechtsdurchsetzung an der Haustür.

MW4-Beta und was das für die Cheat-Szene bedeutet

Der Zeitpunkt des Hausbesuchs war kein Zufall. Activision nutzte die Closed Beta von Modern Warfare 4, um die Wirksamkeit von RICOCHET unter echten Spielbedingungen zu demonstrieren — und kombinierte das mit einem öffentlichen Zeichen gegenüber der Cheat-Industrie. Laut Activision lagen die Infektionsraten während der Beta auf einem Rekordtief, Hardware-Bans waren schwieriger zu umgehen als in früheren Versionen, und die Reaktionszeit bei erkannten Verstößen verbesserte sich spürbar. Konkrete Zahlen nannte der Publisher nicht, aber die Formulierung deutet auf messbare Fortschritte hin.

Das zweite Beta-Wochenende für Modern Warfare 4 ist derzeit in vollem Gange — diesmal für alle Spieler zugänglich, ohne Vorbestellung oder geschlossene Einladung. Auf dem Programm stehen klassischer Multiplayer, eine spielbare Kampagnenmission sowie ein Warzone-Battle-Royale-Drop. Der Kampf gegen Cheat-Anbieter läuft parallel dazu weiter. Activision scheint entschlossen, ihn nicht nur im Code zu führen, sondern auch dort, wo Cheat-Verkäufer wohnen.

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