Bungie verspricht: Gelöschte Destiny-Inhalte kehren zurück
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Bungie verspricht: Gelöschte Destiny-Inhalte kehren zurück

22 September 2026 · 4 min read · Nachrichten

Sechs Jahre lang galt die Regel als unumstößlich: Gelöschte Inhalte bleiben gelöscht. Wer die ursprüngliche Red-War-Kampagne oder die legendären Forsaken-Raids verpasst hatte, hatte schlicht Pech gehabt – so zumindest die offizielle Linie von Bungie seit 2020. Am 21. September 2026 fiel diese Linie. Die neue Führung des Studios kündigte an, dass gewölbte Destiny-2-Inhalte zurückkehren sollen – Kampagnen, Destinationen, Raids und alles, was jahrelang unerreichbar im sogenannten Destiny Content Vault ruhte.

Was genau kehrt zurück?

Laut dem Blog-Beitrag „The Next Chapter for Bungie”, den Studio-Chef Poria Torkan und Head of Product Josh Deane gemeinsam unterzeichneten, sollen Inhalte zurückkehren, „die niemals hätten verschwinden dürfen”. Namentlich bestätigt sind die ursprüngliche Red-War-Kampagne aus dem Jahr 2017, Curse of Osiris, Warmind sowie Forsaken – zusammen mit den zugehörigen Destinationen und Raids.

Josh Deane brachte es auf den Punkt: „Wir verpflichten uns, die Destiny-2-Kampagnen, Destinationen und Raids zurückzubringen, die von Grund auf niemals weggerissen hätten werden sollen.” Eine seiner Formulierungen wurde in der Gaming-Community schnell zum Gesprächsthema: „Was euch gehört” – ein stilles Eingeständnis, dass Bungie damals einen schwerwiegenden Fehler beging.

Was ist der Destiny Content Vault? Bungie führte den DCV im November 2020 ein, um die Dateigröße von Destiny 2 handhabbar zu halten. Dabei wurden ganze Kampagnen, Destinationen und Raids aus dem Live-Spiel entfernt – darunter auch Inhalte, die Spieler zuvor käuflich erworben hatten.

Wann kommen die Inhalte zurück?

Das ist die entscheidende Frage – und Bungie gibt keine konkrete Antwort darauf. Kein Datum, kein Zeitfenster, kein fester Fahrplan. Deane selbst räumte ein: „Ich wünschte, wir könnten einfach einen Schalter umlegen.” Doch die jahrelangen Updates haben Destiny 2 grundlegend verändert. Rückkehrende Inhalte müssen erst an aktuelle Standards angepasst werden: Beleuchtung, Gegner-KI, Begegnungsdesign – alles muss überarbeitet werden, bevor etwas live geht.

Bungie verspricht, die Community in den kommenden Monaten regelmäßig über den Fortschritt zu informieren. Eine klare Prioritätenliste fehlt bislang. Ob Red War zuerst kommt oder einer der legendären Leviathan-Raids, bleibt offen.

Marathon als Wendepunkt

Im Hintergrund dieser Ankündigung steckt eine nüchterne wirtschaftliche Realität. Bungies Extraktions-Shooter Marathon hat nicht die erhofften Spielerzahlen erreicht. Das Studio – das nach massiven Entlassungen im vergangenen Jahr deutlich verkleinert wurde – brauchte eine neue Strategie. Destiny 2 mit seiner treuen, aber zuletzt schwer enttäuschten Spielerbase ist diese Strategie.

Der Blog-Beitrag verknüpft die Destiny-Ankündigungen ausdrücklich mit Marathon-Updates: Permanente PvE-Modi und ein erweitertes soziales Erlebnis sollen im Dezember folgen. Für viele Beobachter liest sich die Ankündigung deshalb wie ein Notfallplan – eine Maßnahme, die das Studio stabilisieren soll, während Marathon seinen Neustart vorbereitet. Der direkte Zusammenhang zwischen dem Scheitern eines Spiels und der Rettung eines anderen ist selten so offen kommuniziert worden.

Was Spieler über sechs Jahre verloren haben

Die Zahlen lesen sich trocken, aber das Ausmaß ist beträchtlich. Als Bungie den DCV im November 2020 einführte, verschwanden auf einen Schlag fünf Destinationen: Io, Titan, Mercury, Mars und Leviathan – mit sämtlichen Strikes, Kampagnen und Raids. Wer die Erweiterung Forsaken für bis zu 40 Euro erworben hatte, stand 2022 vor einer leeren Spielbibliothek.

Bungie räumt das nun offiziell ein: „Wir können die damalige Entscheidung nicht rückgängig machen, aber wir können ihre Folgen anerkennen und daran arbeiten, wichtige Teile der Destiny-Geschichte wiederherzustellen.” Die Content-Vault-Entscheidung trug maßgeblich dazu bei, dass Destiny 2 für Neulinge kaum noch empfehlenswert war – der Einstieg war verwirrend, die Story-Lücken zu groß, das Vertrauen in Bungie dauerhaft beschädigt.

Und was ist mit Destiny 3?

Bungie ließ die Tür zu weiteren Projekten explizit offen. Der Blog-Beitrag spricht von der Rückkehr der gewölbten Inhalte als „erstem Schritt, um das Fundament für neue Geschichten und Spiele zu legen, die ihr alle verdient.” Ob das Destiny 3 bedeutet oder andere Projekte im Destiny-Universum, bleibt bewusst vage. Der Subtext ist jedoch klar: Bungie ist nicht fertig mit Destiny – sie fangen gerade erst wieder an.

Für die Community ist das nach Jahren der Enttäuschungen eine echte Überraschung. Die Reaktionen in Foren und auf Social Media schwanken zwischen verhaltener Freude und gesunder Skepsis. Versprechen haben Bungie bisher nicht immer gut gestanden. Ob diese Ankündigung diesmal anders ist, wird sich zeigen – sobald die ersten Inhalte tatsächlich live gehen und Spieler wieder durch die Cosmodrome marschieren dürfen.

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