Nach einem Kampf mit einem einzigen Gegner ist Logan von Kopf bis Fuß in Blut getaucht, das eigene Fleisch in Fetzen gerissen – und das Gesicht trägt den Ausdruck eines Mannes, dem das alles vollkommen egal ist. Marvel’s Wolverine will das brutalste Superheldengame aller Zeiten werden, und das ist keine Übertreibung. Es ist eine Designentscheidung.
Insomniac Games, das Studio hinter den Spider-Man-Spielen, liefert am 15. September 2026 eine exklusive PS5-Erfahrung ab – ein lineares Action-Adventure, das sich von der offenen Sandbox seiner Vorgänger bewusst absetzt. Der Grund ist einfach: Wolverine ist kein Held. Er ist ein Wesen, das mit Gewalt lebt.
Nicht für Zartbesaitete – und das mit Absicht
Die Entwickler bei Insomniac haben sich bewusst für extreme Gewaltdarstellung entschieden – nicht, um Kontroversen zu provozieren, sondern weil sie dem Charakter Logan gerecht werden wollen. In Dutzenden Comic-Ausgaben läuft Wolverine im Blut seiner Feinde, reißt den Hulk von innen auf (Old Man Logan, 2009) und lässt eine Rage-Energie frei, die mit Spider-Mans quicksilver-Heroismus wenig gemein hat.
„Gewalt ist nicht einfach etwas, zu dem er fähig ist – es ist ein intrinsischer Teil seiner Natur, ohne den er nicht leben kann”, erklärte das Entwicklungsteam in einem Designstatement zu dem Spiel. Diesen Ansatz hat Insomniac in das Kampfsystem selbst eingebaut: Der sogenannte Rage Mode – inspiriert von der Comicreihe Wolverine: Black, White & Blood (2020) – ist die in Pixeln gegossene Verkörperung dieses unkontrollierten Furors.
Achtung, Eltern: Marvel’s Wolverine hat eine USK-Bewertung ab 18 Jahren. Das Spiel bietet dennoch 35 Barrierefreiheitsoptionen – darunter anpassbare Gewalt- und Sprachdarstellungen für empfindlichere Spieler.
Kampfsystem: Techniques, Adaptations und der Rage Mode
Das Kampfsystem baut auf drei Säulen auf. Techniques sind aktive Fähigkeiten, die Komboangriffe ermöglichen und mit jedem besiegten Gegner weiterentwickelt werden können. Adaptations sind passive Verbesserungen, die Logans Heilfaktor und Ausdauer stärken. Der Rage Mode schließlich ist der explosive Höhepunkt jedes Kampfes: Aktiviert, steigert er Angriffswucht und Regeneration gleichzeitig.
Hinzu kommt Jean Grey als wichtigste Verbündete. Die Telekinetikerin aus dem X-Men-Universum unterstützt Logan mit Fähigkeiten, die er allein nicht besitzt – eine Synergie, die Insomniac als zentrales narratives und spielmechanisches Element bezeichnet. Die Chemie zwischen den beiden Figuren soll den emotionalen Kern des Spiels bilden.
Wer bereits Insomniac-Spiele kennt, weiß: Das Studio hat ein Händchen für fließendes, präzises Kampf-Feedback. Bei Marvel’s Wolverine wird diese Kompetenz erstmals für ein M-bewertetes Projekt eingesetzt – mit allen gestalterischen Freiheiten, die das erlaubt.
Eine Geschichte vor den X-Men
Die Handlung von Marvel’s Wolverine ist bewusst in einer Ära angesiedelt, in der Logan noch kein X-Men ist. Das Spiel folgt ihm während seiner Zeit bei Team X – einer verdeckten Einheit, in der er Seite an Seite mit Sabretooth und Mystique operiert. Der Hauptantagonist ist Bolivar Trask, Wissenschaftler und Schöpfer der Sentinels.
Insomniac bezeichnet die Geschichte als „emotional aufgeladen, nicht als pures Gemetzel”. Das ist wichtig: Wer nur ein interaktives Schlachtfest erwartet, übersieht die thematische Tiefe, die das Studio in das Drehbuch eingebaut hat. Die Frage, wie ein Mensch mit einem Monster-Instinkt lebt und ob er seine Menschlichkeit je vollständig verlieren kann, zieht sich durch die gesamte Handlung.
Preise, Editionen und Plattformen
Marvel’s Wolverine erscheint am 15. September 2026 ausschließlich für PlayStation 5 und PlayStation 5 Pro – keine PS4-Version, kein PC-Termin angekündigt. Die Standard Edition kostet 69,99 Euro, die Digital Deluxe Edition 79,99 Euro. Vorbestellungen schalten das klassische braune Costume und Reflective Claws früh frei.
„Es ist das Superheldengame, das wir immer wollten – brutal, präzise und mit einem emotionalen Kern, den man nicht erwartet hätte.” – GamesRadar+
PS5 Pro-Spieler profitieren von PSSR-Unterstützung für eine verbesserte visuelle Darstellung. Wer noch unentschlossen ist: Ein letzter Sony State of Play-Auftritt vor dem Release ist möglich – Nintendo und PlayStation machen den September 2026 zum vielleicht dichtesten Gaming-Monat seit Jahren.
Vergleichszahlen aus dem Sony-Universum geben Anlass zur Zuversicht: Marvel’s Spider-Man 2 verkaufte sich in den ersten 24 Stunden über 2,5 Millionen Mal und setzte einen neuen PS5-Rekord. Wolverine adressiert eine härtere, ältere Zielgruppe – der M-Rating öffnet Türen, die Spider-Man verschlossen bleiben mussten. Ob das in ähnliche Verkaufszahlen mündet, wird der 15. September zeigen.
Was bereits feststeht: Insomniac hat mit dem Spider-Man-Franchise bewiesen, dass das Studio Superhelden-Spielen Seele einhauchen kann. Marvel’s Wolverine ist der erste Test, ob das auch jenseits der Freizügigkeitsgrenzen der Mutterkonzerne funktioniert – mit einem Charakter, der gerade wegen seiner Dunkelheit so faszinierend ist. Ab dem 15. September wissen wir mehr.

