Zwei neue Projekte im The Last of Us Universum – aber keine weiteren Details. Naughty Dog-Studiochef Neil Druckmann hat zum Last of Us Day am 29. September 2026 bestätigt, dass das Studio derzeit an zwei zusätzlichen Produktionen im Universum des postapokalyptischen Abenteuers arbeitet. Was diese Projekte konkret sind, wann sie erscheinen – oder ob es überhaupt Videospiele sind – das hat Druckmann bewusst offen gelassen.
Die Ankündigung kam im Rahmen des jährlichen Last of Us Day, an dem Naughty Dog traditionell Neuigkeiten zur Marke teilt. 2026 war die Botschaft kurz, aber eindeutig: Es geht weiter. Der Last of Us Day findet jährlich am 26. September statt und erinnert an den Tag, an dem in der Spielwelt des Originals ein Pilz-Ausbruch die Zivilisation zusammenbrechen lässt. Das Studio nutzt ihn regelmäßig, um der Community etwas zurückzugeben – sei es neues Artwork, Updates oder, wie in diesem Jahr, Ankündigungen. Nur in welche Richtung und mit welchem Format, das bleibt vorerst offen.
Was Neil Druckmann gesagt hat
In seiner Mitteilung wählte Naughty Dogs kreativer Direktor vorsichtige, aber gewichtige Worte: „Wir würden nicht in diese Welt zurückkehren, wenn wir nicht etwas Bedeutungsvolles zu sagen hätten – etwas, das den Kanon von The Last of Us erweitert, über das hinaus, was in Part 1 und Part 2 erzählt wurde.“
Beide Projekte befinden sich laut Druckmann in einem „sehr frühen Entwicklungsstadium“. Ob ein offizieller Titel, ein Erscheinungsjahr oder auch nur ein Format in naher Zukunft kommuniziert wird, ist damit kaum zu erwarten. Naughty Dog macht traditionell erst dann öffentliche Ankündigungen, wenn die Entwicklung einen gewissen Reifegrad erreicht hat – so war es zuletzt bei Intergalactic: The Heretic Prophet, das erst enthüllt wurde, als grundlegende Designentscheidungen feststanden. Trotzdem: Zwei Projekte gleichzeitig anzukündigen ist für das Studio ungewöhnlich.
Spiele, Serien oder etwas anderes?
Die entscheidende Frage bleibt offen: Handelt es sich um Videospiele? Druckmann hat das nie explizit gesagt. The Last of Us hat sich in den letzten Jahren zu einer vollwertigen Medienfranchise entwickelt – die HBO-Serie läuft seit 2023 erfolgreich, Staffel 3 ist für 2027 bestätigt. Naughty Dog ist zwar primär ein Spielestudio, aber Druckmanns Formulierung „Projekte, die den Kanon erweitern“ schließt auch nicht-interaktive Formate nicht explizit aus – Romane, Spin-off-Serien oder andere Medien wären denkbar.
Was sich mit Sicherheit sagen lässt: Es handelt sich um zwei separate Projekte, nicht um ein einziges, das in zwei Teile aufgeteilt wurde. Was das für die internen Ressourcen und Prioritäten bei Naughty Dog bedeutet, hängt stark davon ab, in welchem Stadium sich Intergalactic: The Heretic Prophet befindet – und das ist derzeit ebenfalls unbekannt.
Intergalactic: The Heretic Prophet – Stille bis 2027
Neben der Last of Us Ankündigung bestätigte Druckmann auch, was viele bereits befürchtet hatten: Intergalactic: The Heretic Prophet, das Science-Fiction-Abenteuer mit Jordan als Protagonistin, wird 2026 nicht mehr öffentlich präsentiert. Neue Informationen zum Spiel sollen frühestens 2027 folgen.
Das Spiel wurde im Dezember 2024 bei den Game Awards enthüllt – und seitdem wurde kaum etwas Neues gezeigt. Ein kurzes Kino-Produktions-Update im Sommer 2026 war das einzige Lebenszeichen. Für ein Studio, das mit The Last of Us Part 2 und Uncharted 4 zwei der meistbeachteten Spiele der vergangenen Dekade produziert hat, ist diese anhaltende Stille auffällig – aber offenbar bewusst gewählt. Naughty Dog entwickelt, bis das Spiel wirklich bereit ist, gesehen zu werden.
Was das für Fans bedeutet
Kurzfristig ist wenig Konkretes zu erwarten. Mittel- und langfristig könnte Naughty Dog in den nächsten Jahren aber erstmals gleichzeitig mit mehreren Franchises jonglieren. Wenn eines der Last of Us Projekte eine Serienproduktion ist, könnte die enge Zusammenarbeit mit HBO weiter ausgebaut werden. Wenn es sich um Spiele handelt, müssten interne Ressourcen in mehrere Richtungen aufgeteilt werden – was für ein Studio der Größe von Naughty Dog eine neue Situation wäre.
Was Druckmanns Formulierung aber klar vermittelt: Das Studio trifft inhaltliche, keine rein kommerziellen Entscheidungen. „Wir würden nicht zurückkehren, wenn wir nicht etwas Bedeutungsvolles zu sagen hätten“ – das klingt nicht nach einer schnellen Lizenzstrategie. The Last of Us hat in der Gaming-Geschichte selten da gewesene kritische und kommerzielle Anerkennung erzielt; dieser Ruf verpflichtet. Druckmann und Naughty Dog wissen das – und die Formulierung klingt wie eine Art öffentliche Selbstverpflichtung, diesen Standard zu halten. Ob das am Ende zu überzeugenden Spielen oder Serien führt, wird die Zeit zeigen – frühestens 2027.
„Wir würden nicht in diese Welt zurückkehren, wenn wir nicht etwas Bedeutungsvolles zu sagen hätten.“ – Neil Druckmann, Naughty Dog

