Valve-Datenleck: 12 Terabyte enthüllen Portal 2 Beta und Spuren von Half-Life 2: Episode 3
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Valve-Datenleck: 12 Terabyte enthüllen Portal 2 Beta und Spuren von Half-Life 2: Episode 3

31 August 2026 · 3 min read · Nachrichten

Zwölf Terabyte. Das ist das Ausmaß des Datenlecks, das die Gaming-Community seit dem Wochenende in Aufruhr versetzt — und was darin steckt, hat selbst hartgesottene Valve-Fans ungläubig auf ihre Bildschirme starren lassen. Aufgetaucht sind unter anderem eine frühe Version von Portal 2, die sich fundamental vom fertigen Spiel unterscheidet, 3D-Modelle einer Waffe aus dem nie veröffentlichten Half-Life 2: Episode 3 sowie unveröffentlichte Builds Dutzender weiterer Spiele. Der riesige Datensatz trägt den Namen Steam2 Teraleak — und Valve hat sich bislang nicht dazu geäußert.

Wie der Leak entstand — und warum Nutzerdaten sicher sind

Das geleakte Archiv stammt aus der alten Steam2-Infrastruktur von Valve — einem Content-Server-System, das das Unternehmen Anfang 2013 durch SteamPipe ersetzte. Der entscheidende Punkt: Der betreffende Server-Endpunkt war über all die Jahre schlicht öffentlich erreichbar, ohne Passwortschutz oder Zugangssicherung. Kein Hacking, kein Einbruch — nur ein vergessenes Archiv, das still vor sich hin schlummerte und auf seine Entdeckung wartete.

Der Gaming-Account Gabe Follower auf X machte als erstes auf den Fund aufmerksam und löste damit eine Welle fieberhafter Datamining-Aktivität aus. Das Dateiarchiv deckt den Zeitraum von 2003 bis 2013 ab — genau die Jahre vor dem Wechsel auf SteamPipe. Für alle aktiven Steam-Nutzer gibt es zumindest eine Entwarnung: Kundendaten, Zahlungsinformationen und Passwörter sind von dem Leak nicht betroffen. Es handelt sich ausschließlich um Entwickler- und Spieldateien.

Portal 2 ohne Wheatley — die Beta aus dem Jahr 2009

Zu den aufregendsten Funden zählt ein vollständig spielbarer Portal 2-Testbuild aus dem Jahr 2009 — zu einem Zeitpunkt, als das Spiel noch in einer ganz anderen Richtung unterwegs war. Die beliebte KI Wheatley existiert in diesem Build noch gar nicht. Stattdessen führt GLaDOS die Spielerin über vorgefertigte Tonbänder durch die Testkammern — eine konzeptionell ganz andere Atmosphäre. Auch das sogenannte Paint-Gun-Feature ist in frühem Stadium sichtbar, inklusive einer Bullet-Time-Mechanik, die das Spiel verlangsamt, während man Rätsel löst.

Zusätzlich wurden im Archiv frühe Voicelines von Cave Johnson entdeckt, die es nie in die finale Version schafften. Fans der Spielreihe dürften noch Tage damit verbringen, jeden Datensatz nach weiteren Überraschungen zu durchsuchen — und Polygon schätzt, dass das vollständige Sichten des Archivs noch Wochen oder sogar Monate dauern wird.

„Die Datamining-Community geht davon aus, dass die vollständige Auswertung des 12-TB-Pakets noch Monate dauern wird.”

Der Weaponizer — Spuren aus Half-Life 2: Episode 3

Besonders emotional aufgeladen ist ein anderer Fund: Im Archiv tauchten 3D-Modelle des sogenannten Weaponizer auf — einer Waffe, die Fans bereits aus einem früheren Leak von 2011 kennen, wo sie in einem Verzeichnis mit der Bezeichnung „ep3″ entdeckt wurde. Auch in Valves Jubiläumsdokumentation zu Half-Life 2 war eine ähnliche Waffe kurz zu sehen.

Im jetzt aufgetauchten Portal 2-Build taucht der Weaponizer als Platzhalter-Asset auf — was Fragen aufwirft, wie weit die Entwicklung von Episode 3 zu diesem Zeitpunkt fortgeschritten war und welche Elemente möglicherweise zwischen den Projekten wanderten. Ein vollständiger Episode-3-Build ist bislang nicht gefunden worden. Aber die Datamining-Community hat gerade erst begonnen zu graben. Auch das komplett gestrichene Spin-off F-Stop — ein Portal-Vorläuferprojekt mit Kameramechanik statt Portalpistole — ist im Archiv vertreten, allerdings nur als frühe Dateien ohne spielbaren Build.

Hinweis: Kunden- und Zahlungsdaten sind nicht betroffen. Der Leak enthält ausschließlich Entwicklungsdateien aus dem Zeitraum 2003 bis 2013.

Left 4 Dead, CS:GO und Dutzende weitere gestrichene Inhalte

Das Archiv beschränkt sich nicht auf Valve-eigene Titel. Frühe Left 4 Dead-Builds aus dem Jahr 2005 zeigen den späteren Zombie-Shooter noch unter dem Namen Terror Strike — als Mod für Counter-Strike: Condition Zero. Aus CS:GO tauchte ein komplett gestrichener Tank-Eskort-Modus auf. Dataminer wie Dusk Golem haben zudem Vorab-Builds von Drittanbieter-Spielen gefunden: Beta-Versionen von Batman: Arkham Asylum, Dragon Age: Origins, Mirror’s Edge, Vampire: The Masquerade – Bloodlines, Call of Duty 4: Modern Warfare und Spore sollen ebenfalls im Paket stecken.

Valve selbst hat sich nicht geäußert. Tom’s Hardware zitiert Experten, die darauf hinweisen, dass selbst die aktuellsten im Archiv enthaltenen Dateien mehr als 13 Jahre alt sind — was die praktischen Auswirkungen für das Unternehmen begrenzt. Für die Gaming-Geschichte hingegen könnte dieser Leak einer der bedeutendsten Funde der letzten Jahrzehnte sein.

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