„Everything, we got back. The transfer of the IP came back to us.“ Mit diesen klaren Worten hat Tim Schafer, CEO von Double Fine Productions, im Podcast Kinda Funny Games Daily bestätigt, was die Community gehofft hatte: Das Studio kontrolliert nach seiner Trennung von Microsoft wieder sämtliche IP- und Publishing-Rechte an seinen Spielen.
Was genau zurückgekommen ist
Zu den betroffenen Titeln gehören Psychonauts, Psychonauts 2, Kiln und Keeper. Double Fine besitzt nun nicht nur die geistigen Eigentumsrechte, sondern auch die Vertriebsrechte — und damit den Umsatzanteil, der normalerweise an den Publisher fließt.
Schafer räumte ein, dass auf einigen Spielen noch „Microsoft“ als Publisher vermerkt sei: „All, we have the publishing rights back to our games. It still says ‘Microsoft’ on some of them, but it just takes a while for it all to process.“ Die rechtliche Übertragung sei abgeschlossen, die sichtbare Aktualisierung in den Stores folge noch.
Der Weg zur Unabhängigkeit
Microsoft hatte Double Fine 2019 als Teil von Xbox Game Studios übernommen. Unter Microsoft entstanden Titel wie Psychonauts 2 und Kiln. Im Zuge einer umfassenden Xbox-Umstrukturierung Anfang Juli 2026 wurde das Studio jedoch wieder ausgegliedert — zusammen mit Compulsion Games. Beide Studios behielten ihre IPs, Kataloge und eine finanzielle „Runway“ für kommende Projekte.
Die Trennung ging nicht ohne Schmerzen voraus: 23 Stellen wurden abgebaut, bevor die Rechte vollständig übertragen wurden. Doch Schafer blickt nach vorn.
Amnesia Fortnight 2026: Zurück zu den Wurzeln
Mit der Unabhängigkeit kehrt auch eines der标志性 Formate des Studios zurück: Amnesia Fortnight. Die interne Spieljam, bei der das Team in zwei Wochen Prototypen entwickelt, wird diesmal als Live-Event mit Kickstarter-Kampagne stattfinden.
Der Start ist für den 31. August 2026 geplant und läuft durch den größten Teil des Septembers. Backer können mitentscheiden, welche Ideen die Prototyping-Phase erreichen. Anschließend wird einer der Prototypen zu einem kleinen, vollständigen Indie-Spiel weiterentwickelt.
„Ein kleiner Kickstarter-Use-Case mit Unterstützung von Backern erzeugt genug finanziellen Spielraum, um nach dem Spin-off mehr Stabilität und Zeit für andere Projekte zu haben“, erklärte Schafer.
Kiln erhält große Erweiterung
Parallel zur Kickstarter-Kampagne arbeitet Double Fine an Updates für Kiln, das unter Microsoft veröffentlicht wurde. Eine große Erweiterung mit neuen Karten und Game Modes ist in Entwicklung — und die Einnahmen fließen jetzt direkt an das unabhängige Studio.
Ein Modell für die Branche?
Double Fines Rückkehr zur Unabhängigkeit wirft eine interessante Frage auf: Könnte Microsofts Umgang mit anderen ausgelagerten Studios — wie Compulsion Games — ähnlich verlaufen? Die Vereinbarung, IPs und eine finanzielle Runway zu behalten, setzt einen Präzedenzfall, der die Beziehung zwischen Publisher und Entwickler neu definieren könnte.
Für Fans von Psychonauts und Double Fines unverwechselbarem Humor ist die Nachricht jedenfalls klar: Das Studio ist zurück, die Rechte sind zurück, und Amnesia Fortnight wartet.

