Der Netzwerktest für The Duskbloods ist abgeschlossen — und er hat mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet. FromSoftware lädt bekannt dafür, Spieler in Welten zu schicken, in denen sie sterben, scheitern und schließlich besser werden. Mit The Duskbloods versucht das Studio etwas ganz anderes: ein achtköpfiges PvPvE-Multiplayer-Spiel exklusiv für die Nintendo Switch 2. Das erste Wochenende mit dem Netzwerktest hat gezeigt, dass dieses Experiment sowohl faszinierend als auch polarisierend werden könnte.
Serverprobleme und ein holpriger Start
Das Netzwerktest-Wochenende begann mit einem Dämpfer: Die erste Session vom 21. August musste vorzeitig abgebrochen werden. Server-Probleme sorgten dafür, dass viele ausgewählte Teilnehmer gar nicht erst ins Spiel kamen — sie steckten am Hauptmenü fest, ohne einloggen zu können. FromSoftware entschuldigte sich offiziell und versprach Verbesserungen für die folgenden Sessions vom 22. und 23. August.
Ein frustrierender Start, der ironischerweise genau das illustriert, wozu ein Netzwerktest da ist: Server-Kapazitäten zu testen — und zu merken, wenn sie nicht reichen. Die späteren Sessions liefen offenbar deutlich stabiler, sodass viele ausgewählte Tester das vollständige Match-System schließlich doch erleben konnten. Für alle anderen blieb der Zugang verwehrt — die Registrierungsphase endete bereits am 28. Juli.
Acht Spieler, drei Phasen, eine Siegerposition
Wer die Serverprobleme überstand, erlebte ein ungewöhnliches Multiplayer-Konzept. In The Duskbloods treten bis zu acht Spieler als sogenannte Bloodsworn gegeneinander und gegen KI-Gegner an — in einem Match-Format, das deutlich mehr Struktur hat als ein typisches Battle-Royale-Spiel. Die einzige im Netzwerktest verfügbare Karte war Lowanro City: eine gothische Stadt, geprägt von einem markanten Uhrturm, einem roten Himmel und einem überdimensionalen Mond, die auf mehreren Ebenen mit Dächern, Brücken und Kanalisation navigierbar ist. Im fertigen Spiel sollen drei Maps zur Verfügung stehen.
Spielstruktur: Spieler sammeln Virtue-Punkte durch das Besiegen von Feinden, Bosskämpfe und das Einnehmen von Positionen. Am Ende jeder Phase werden die schwächsten Spieler eliminiert. Das Finale ist ein 1-gegen-1-gegen-1-Deathmatch.
Die sogenannte Virtue-Währung bestimmt, wer weitermacht: Wer zu wenig gesammelt hat, scheidet am Ende einer Phase aus. Das finale Drittel kämpft dann in einem 1v1v1-Deathmatch um den Sieg. Allianzen sind möglich, aber kurzlebig — Verrat gehört zum Spielprinzip.
Warum selbst Elden-Ring-Fans ins Grübeln geraten
Eines der aufschlussreichsten Urteile zum Netzwerktest stammt von einer Spielerin mit über 100 Stunden in Elden Ring: Nightreign — also jemandem, der FromSoftwares Stil in- und auswendig kennt. Ihre Einschätzung nach zehn Stunden The Duskbloods: Das Spiel ist womöglich nicht für sie gemacht.
Das klingt nach Kritik, ist aber differenzierter. Frühere Previews hatten den Eindruck vermittelt, dass PvE-Elemente stark genug gewichtet seien, um auch weniger PvP-affinen Spielern eine faire Chance zu geben. Die Realität im Netzwerktest fühlte sich anders an: Wer im direkten Zweikampf gegen andere Spieler schwächelt, hat es deutlich schwerer als erhofft. Der Fokus auf PvP-Kompetenz ist ausgeprägter als ursprünglich angenommen. Interessant dabei: Virtue-Punkte bekommt man nicht einfach durch das Töten anderer Spieler — sondern hauptsächlich durch das Besiegen von KI-Gegnern, Bossfights und das Einnehmen strategischer Punkte. Der direkte PvP-Kampf lohnt sich nur in bestimmten Phasen.
Das muss kein Nachteil sein — für Spieler, die genau das wollen, könnte The Duskbloods ein Highlight werden. Aber es signalisiert, dass FromSoftware hier bewusst eine bestimmte Zielgruppe anspricht, statt eine Brücke für alle zu bauen.
“Ich habe mich darauf vorbereitet, im direkten Zweikampf mittelmäßig zu sein. The Duskbloods fordert mehr als das.”
Switch-2-Exklusivspiel — und wann erscheint es?
The Duskbloods bleibt weiterhin exklusiv für die Nintendo Switch 2 — das erste Nintendo-exklusive Spiel von FromSoftware seit über 23 Jahren. Die Entwicklung begann ursprünglich für die erste Switch, wurde aber auf die Switch 2 umgelegt. Einen offiziellen Release-Termin hat FromSoftware noch nicht bekannt gegeben. Branchenbeobachter deuten jedoch auf den Herbst 2026 hin: Sowohl bei Elden Ring als auch bei Nightreign lagen zwischen dem Netzwerktest und dem tatsächlichen Release jeweils etwa dreieinhalb Monate. Das würde für The Duskbloods einen Launch im Oktober oder November 2026 nahelegen.
Screenshots und Videos während des Netzwerktests waren übrigens nicht erlaubt — FromSoftware deaktivierte die Capture-Funktion der Switch 2. Wer also Einblicke in das Spiel erhalten möchte, ist aktuell noch auf offizielle Trailer und Pressevorschauen angewiesen. Die nächsten Monate dürften mehr Licht ins Dunkel bringen — rechtzeitig vor dem erwarteten Herbst-Launch.

