Crazy Taxi: World Tour macht wieder Spaß – trotz KI-Debatte und langer Pause
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Crazy Taxi: World Tour macht wieder Spaß – trotz KI-Debatte und langer Pause

5 September 2026 · 4 min read · Nachrichten

Siebenundzwanzig Jahre sind eine lange Zeit. So lange ist es nämlich her, dass Crazy Taxi auf der Dreamcast Arcade-Geschichte schrieb – und seitdem hat Sega die Marke weitgehend schlafen lassen. Umso größer war die Vorfreude, als das Studio die Rückkehr mehrerer seiner Kultreihen ankündigte und Crazy Taxi darunter war. Doch erst auf der Gamescom 2026 in Köln war nun klar, wohin die Reise wirklich geht – und sie geht nach Deutschland.

Deutschland-Karte feiert auf der Gamescom Premiere

Kaum ein besserer Ort, um eine Deutschland-inspirierte Spielkarte zu enthüllen, als Europas größte Gaming-Messe. Segas Entscheidung, die Gamescom-Demo von Crazy Taxi: World Tour ausgerechnet in einer fiktiven deutschen Kulisse zu verorten, wirkt wie ein Kniefall vor dem europäischen Publikum – und es funktioniert.

Die Karte ist kein Abbild einer konkreten Stadt, sondern ein liebevolles Best-of Deutschland: Bayern-Ästhetik mit Kuhdörfern und Kirchturm, der rustikale Charme einer Straße im Ruhrgebiet, eine imposante Burg auf einem Hügel und eine echte Autobahn, auf der das Taxi richtig aufdrehen kann. Wer durch diese Mischung fährt, erkennt sofort, dass Sega seine Hausaufgaben gemacht hat.

Für internationale Presse, die das Spiel ebenfalls anspielen durfte, war die Demo ein klares Signal: Crazy Taxi: World Tour will nicht mehr nur US-amerikanische Städte abbilden – es will die ganze Welt. Neben San Francisco aus dem Original und der Deutschland-Karte sollen weitere Schauplätze folgen, wenn das Spiel 2027 für PlayStation 5, Xbox Series X|S, Nintendo Switch 2 und PC erscheint.

Arcade-Kern bleibt erhalten – mit neuem Crazy-Move-System

Die entscheidende Frage bei jedem Revival: Spielt es sich noch wie das Original? Die Antwort ist ein vorsichtiges, aber deutliches Ja.

Das Grundprinzip ist unverändert: Fahrgäste aufsammeln, so schnell wie möglich ans Ziel bringen, Trinkgeld kassieren. Der Countdown läuft, die Stadt ist ein Hindernis-Parcours, und Axel – Kultfahrer mit grünen Haaren und hawaiianischem Hemd – sitzt wieder hinterm Steuer. Auch Gena, B.D. Joe und Gus kehren als spielbare Charaktere zurück, wie auf der Gamescom Opening Night Live bestätigt wurde.

Neu ist das Crazy-Move-System. Wer den B-Knopf antippt und danach Gas gibt, löst einen kurzen Geschwindigkeitsschub aus – den Crazy Dash. Antippt man und bremst stattdessen, folgt der Crazy Stop: eine dramatische Vollbremsung, die in bestimmten Missionen unverzichtbar ist. Kombiniert man beides rhythmisch, baut man einen Combo-Counter auf, der am Ende die Trinkgeld-Multiplikation steigert. Das Spielgefühl bleibt damit chaotisch, fordernd und befreiend zugleich – genau so, wie es sein soll.

KI-Kontroverse im Hintergrund, Spielspaß im Vordergrund

Dass Crazy Taxi: World Tour trotz allem mit einer Wolke über dem Kopf auf die Gamescom kam, lag an einer anderen Debatte: In den Wochen vor der Messe wurde bekannt, dass einige Texturen und Assets des Spiels mittels generativer KI erstellt wurden. In Gaming-Kreisen sorgte das für Kritik – ein Klassiker, der auf KI-Content setzt, passt für viele nicht zusammen.

Eurogamer, eine der renommiertesten Gaming-Publikationen Europas, hat das Spiel trotzdem ausführlich angespielt und kommt zu einem klaren Urteil: Im Gameplay selbst ist davon nichts zu spüren. Die Fahrphysik, das Missionsdesign und der unverkennbare Sega-Charme sind handgemacht und spürbar liebevoll umgesetzt. “Der Spirit des Originals ist lebendig”, schrieb Eurogamer – und das zählt letztlich mehr als der Produktionsprozess im Hintergrund.

“In terms of pure vibes, World Tour feels a lot like 1999 never left.” – Eurogamer

Ob die KI-Nutzung ein echtes Problem für den Verkaufserfolg wird, dürfte sich zeigen. Die Demo auf der Gamescom hat zumindest überzeugend demonstriert, dass das Endprodukt spielerisch auf der Höhe der Erwartungen liegt.

Network Test startet am 11. September – so macht ihr mit

Wichtig: Der Closed Network Test zu Crazy Taxi: World Tour läuft vom 11. bis 13. September 2026. Interessierte können sich jetzt für den Testzugang anmelden.

Wer nicht bis 2027 warten möchte, muss nicht lange zögern. Sega hat einen Closed Network Test angekündigt, der vom 11. bis 13. September läuft. Dabei wird voraussichtlich die Crazy-Rush-Mode spielbar sein – jener Modus, der auf der Gamescom zu sehen war und die klassische Taxifahrer-Erfahrung liefert.

Zusätzlich hat Sega auf der Gamescom Opening Night Live das Online-Multiplayer-Feature bestätigt. Mehrere Spieler rasen gleichzeitig durch die Karte, sammeln Fahrgäste und konkurrieren um Punkte – ein Modus, der dem wilden Treiben der Serie eine neue soziale Dimension geben könnte.

Nach einer gefühlten Ewigkeit im Dornröschenschlaf scheint Crazy Taxi: World Tour auf dem richtigen Weg zu sein. Das Arcade-Herz schlägt noch – und mit einer Deutschland-Karte, bekannten Fahrern und einem Network Test direkt um die Ecke gibt es keinen Grund, nicht neugierig zu bleiben.

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