Build a Rocket Boy: MindsEye-Studio vor dem endgültigen Aus
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Build a Rocket Boy: MindsEye-Studio vor dem endgültigen Aus

17 September 2026 · 3 min read · Nachrichten

Als Leslie Benzies 2016 im Streit Rockstar Games verließ, hatte er Großes vor. Mit Build a Rocket Boy wollte er ein Open-World-Ökosystem erschaffen, das Grand Theft Auto das Wasser reichen kann. MindsEye, sein erstes Spiel, sollte das Fundament legen. Stattdessen wurde es zum Symbol eines spektakulären Scheiterns – und nun deutet alles darauf hin, dass das Abenteuer für Build a Rocket Boy endgültig vorbei ist.

Erneute Entlassungswelle: Alle verbleibenden Mitarbeiter betroffen

Mehrere Angestellte von Build a Rocket Boy (BARB) haben in den vergangenen Tagen auf LinkedIn bekannt gegeben, dass sie das Studio verlassen müssen. Principal Talent Acquisition Partner Dan Hawkins schrieb: „Schweren Herzens habe ich mein grünes Banner erhoben, zusammen mit dem Rest meiner Kollegen bei Build a Rocket Boy. Ich werde BARB bis zum bitteren Ende begleiten.”

Der Lead 3D Artist Adam Ridsdale ergänzte, er suche nun eine neue Möglichkeit, nachdem er „zusammen mit dem Rest der Kollegen” seinen Redundancy Notice erhalten habe. Release Manager Michaela Emslie bestätigte ebenfalls ihre Entlassung nach vier Jahren im Studio.

Kotaku berichtete unter Berufung auf interne Quellen, dass Build a Rocket Boy „für immer schließt”. Eine Quelle gegenüber IGN ließ hingegen offen, ob das Studio formal aufgelöst wird – selbst wenn alle Mitarbeiter gehen. Ein offizielles Statement von BARB blieb bislang aus.

Hintergrund: Build a Rocket Boy hatte seinen Sitz in Edinburgh – derselben Stadt, in der auch EverythingEdinburgh berichtet. Die Schließung eines AAA-Studios dieser Größe ist für die lokale Spielebranche ein herber Verlust.

MindsEye: Ein Fehlstart mit weitreichenden Folgen

MindsEye erschien im Juni 2025 und fiel beim Start katastrophal durch. Der Metascore liegt bei 39, der User-Score auf Metacritic bei 2,7. Auf Steam erreichte das Spiel einen Höchstwert von lediglich 1.393 gleichzeitigen Spielern – eine vernichtende Zahl für ein AAA-Projekt, das über Jahre und mit Hunderten von Millionen Dollar entwickelt worden war.

Was folgte, war eine Abfolge von Patches, Erweiterungen, Entlassungswellen und Kontroversen. BARB kündigte mehrere Updates an, die technische Probleme und schwaches KI-Verhalten beheben sollten – mit mäßigem Erfolg. Eine Erweiterung, die angeblich „Beweise für Sabotage” liefern sollte, wurde von der Presse zerrissen.

Sabotage, Überwachung, Gewerkschaftsstreit

MindsEye scheiterte nicht nur als Spiel – das gesamte Umfeld des Studios war vergiftet. Mitarbeiter berichteten von toxischer Führungskultur, exzessivem Crunch und – besonders brisant – illegaler Überwachung von Angestellten. Die Independent Workers’ Union of Great Britain (IWGB) nahm sich der Beschwerden an und organisierte kollektiven Widerstand.

Co-CEO Leslie Benzies antwortete auf den anhaltenden Druck mit einer Strategie, die viele ratlos zurückließ: Er beschuldigte interne und externe Saboteure für den Misserfolg von MindsEye. Dieser Narrativ belastete das Verhältnis zu Publisher IO Interactive nachhaltig – und führte letztlich zur Trennung der beiden Studios.

Während entlassene Mitarbeiter im Sommer 2026 vor dem Studio-Gebäude protestierten, lief intern offenbar die schrittweise Abwicklung an. Bereits im Juli waren Kündigungswarnungen für die damals rund 300 Beschäftigten in Großbritannien bekannt geworden. Was nun folgt, ist – wenn die Berichte stimmen – das Ende eines Experiments, das zeigen sollte, dass es eine Alternative zu Rockstar gibt.

Was bleibt von Build a Rocket Boy?

Build a Rocket Boy wollte mit Everywhere ein AAA-Roblox schaffen: ein offenes Sandbox-Ökosystem, in dem MindsEye nur der erste Beweis sein sollte, was technisch möglich ist. Diese Vision ist mit dem Studio verschwunden.

Für die betroffenen Entwickler – viele davon hochqualifizierte Fachkräfte mit jahrelanger Erfahrung – beginnt nun die Suche nach einer neuen Stelle in einer Branche, die selbst gerade in einer Konsolidierungsphase steckt. Ihre Profile auf LinkedIn und LinkedIn sprechen eine klare Sprache: Das grüne „Open to Work”-Banner ist das Symbol einer Branche in der Krise.

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