Donghun Youm hat bei Pokémon-Turnieren bereits zahlreiche Schlachten geschlagen. Den Gegner, der ihn bei den Baltimore Regionals 2026 aus dem Konzept brachte, sah er nicht auf dem Spielfeld kommen – er roch ihn. Der texanische VGC-Regionalachampion wurde bei dem Event krank, weil ein benachbarter Mitspieler so schlimm roch, dass Youm sich übergeben musste. Sein daraufhin veröffentlichter Appell auf X ging viral.
„Bitte kümmert euch um eure persönliche Hygiene”, schrieb Youm in dem Beitrag. „Ich hatte einen Vorfall bei den Baltimore Regionals, bei dem ich mich aufgrund des Gestanks eines benachbarten Spielers übergeben musste.” Er ergänzte: „Meine Freunde und ich konnten uns in dieser Runde kaum konzentrieren, so penetrant war der Geruch – wir haben sogar einen Schiedsrichter darüber informiert.”
Was bei den Baltimore Regionals passierte
Youm, der 2023 die regionalen Milwaukee Championships gewonnen hat, schilderte den Vorfall detailliert. Der unbekannte Spieler setzte sich in seiner Nähe, und der Geruch war offenbar so intensiv, dass nicht nur Youm, sondern auch mehrere seiner Freunde in der gleichen Runde kaum funktionsfähig waren. Eine Beschwerde beim Schiedsrichter blieb offenbar ohne unmittelbare Konsequenzen – zumindest wurden keine öffentlich bestätigt.
Wer der Spieler war und ob er das Turnier verlassen musste, gab Youm nicht bekannt. Für ihn stand aber fest: So kann Turniersport nicht funktionieren.
Das offizielle Regelwerk: Hygiene ist beim Pokémon-Turnier Pflicht
Was viele vielleicht nicht wissen: Das offizielle Play! Pokémon Tournament Rules Handbook enthält ausdrückliche Hygieneregeln. Darin steht, dass Teilnehmer während des Events eine gesellschaftsfähige Hygiene einhalten müssen. Turnierorganisatoren können Spieler auffordern, ihr Äußeres oder ihre Hygiene zu verbessern, bevor sie zurück ins Venue dürfen.
Wer sich weigert, dieser Aufforderung nachzukommen, riskiert den Ausschluss vom Turnier. Bei einem groben Verstoß kann die Entfernung sofort erfolgen. Disziplinarmaßnahmen nach dem Event sind ebenfalls möglich. Das Regelwerk existiert also – die Frage ist, wie konsequent es durchgesetzt wird.
Offiziell geregelt: Das Play! Pokémon Turnierregel-Handbuch schreibt ausdrücklich vor, dass Teilnehmer „eine gesellschaftsfähige Hygiene einhalten” müssen. Verstöße können zum sofortigen Turnierausschluss führen.
Kein Einzelfall: Hygiene-Probleme in der Competitive-Szene
Youms Erfahrung ist kein Einzelfall. In der Community-Geschichte des Competitive-Gamings hat das Hygiene-Thema eine gewisse Tradition. Beim Smash Ultimate-Profi Brian „Cosmos” Kalu löste ein ähnlicher Kommentar eines Gegners 2023 regelrechte Panik aus – er ließ kurzerhand Deo besorgen. Noch dramatischer: Im Yu-Gi-Oh! Bereich gab es bereits eine Spielerin, die ein Turnier in Japan verließ, weil sie den Geruch der Gegner nicht ertragen konnte, und ein Kartengeschäft in Oregon suspendierte nach Hygiene-Beschwerden wochenlang seine lokalen Events.
Youms viraler Beitrag hat die Diskussion nun erneut angefacht. Die Reaktionen der Community fielen gespalten aus – von Verständnis bis hin zu Humor. Natürlich fehlten auch Scherze über die Pokémon-Fähigkeit „Stench” nicht, die einem Gegner mit zehnprozentiger Wahrscheinlichkeit den Rückzug beschert. Relevanter ist die Forderung mehrerer Nutzer, persönliche Hygiene als verbindliche Zulassungsvoraussetzung für Turniere zu behandeln.
Für Youm selbst ist die Botschaft klar: Wer an einem offiziellen Turnier teilnimmt, trägt gegenüber allen anderen Beteiligten eine minimale Sorgfaltspflicht. Und die fängt vor dem Duschen an.

